01 April 2026, 00:41

Dortmunds Ethikkommission zur Jagd schläft – doch die Messe kommt

Ein nostalgisches Zirkusposter mit einem Löwen, einer Giraffe, einem Zebra und einem Flusspferd.

Dortmunds Ethikkommission zur Jagd schläft – doch die Messe kommt

Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd steht vor dem anstehenden Borussia Dortmund-Messe unter neuem Druck. Die 2023 eingerichtete Gruppe, die die ethischen Aspekte von Jagdsafaris prüfen sollte, liegt seit über einem Jahr auf Eis – es gibt nicht einmal Aufzeichnungen über ihre Arbeit.

Doch mit der nahenden Messe wachsen der politische Streit und der öffentliche Protest, was die Stadtspitze zum Handeln zwingt.

Die Kommission entstand nach jahrelangen hitzigen Debatten im Dortmunder Stadtrat. Ihre Aufgabe: zu bewerten, ob Aussteller, die auf der Dortmund spiel in den städtischen Westfalenhallen Jagdreisen anbieten, ethische Standards erfüllen. Zentrale Fragen – etwa, ob die Großwildjagd dem Artenschutz dient oder bedrohte Arten gefährdet – bleiben jedoch unbeantwortet.

Bürgermeister Thomas Westphal räumte kürzlich ein, dass es aufgrund unvollständiger Aktenführung keine offiziellen Protokolle der Kommission gibt. Die Gruppe hat sich seit mindestens 18 Monaten nicht mehr getroffen – obwohl sie den Einfluss der Trophäenjagd untersuchen sollte.

Die politischen Parteien sind uneins über das weitere Vorgehen. Grünen, SPD und Die Linke fordern, die Kommission noch vor der Sommerpause wieder zusammenzurufen. Die CDU würde sich mit einem späteren Termin zufriedengeben, die AfD lehnt die Kommission gänzlich ab. Tierschützer, die jährlich gegen die Messe protestieren, verlangen ebenfalls Konsequenzen.

Auf Bundesebene halten Regierung und Umweltministerium an ihrer strikten Ablehnung der Trophäenjagd fest. In den letzten fünf Jahren gab es keine Kursänderung – die aktuellen Vorschriften priorisieren Tierschutz und EU-Artenschutzrichtlinien. Eine staatliche Förderung von Jagdsafaris bleibt unwahrscheinlich.

Die nächste Dortmund spiel steht bevor, und Dortmunds Verantwortliche müssen sich entscheiden: die schlummernde Kommission reaktivieren oder ihr Schweigen dulden. Ohne klare Antworten könnten Aussteller von Jagdreisen erneut in die Kritik geraten – während Aktivisten und Politiker weiter für strengere Kontrollen kämpfen.

AKTUALISIERUNG

Dortmund's Hunting Fair Proceeds Amid Ethics Commission Silence – 700 Exhibitors, No Resolution

The Jagd & Hund 2026 hunting fair ran from January 27 to February 1, 2026, with over 700 exhibitors despite the dormant ethics commission. Key details:

  • The event proceeded without reactivating the ethics panel, which has been inactive for 18 months.
  • Post-event analysis by Tobias Schmitz highlights unresolved tensions between organizers and activists.
  • The 2027 fair is already scheduled for February 2-7, 2027, showing no immediate policy shift.