14 March 2026, 14:25

Dinslaken diskutiert über 30-Millionen-Defizit und geplante Steuererhöhungen

Eine Gruppe von Menschen, die vor einem Rednerpult mit Mikrofon und einer Tafel mit der Aufschrift "Sancho City Councilman Joins City Council" stehen und sitzen, mit Flaggen, Feuerlöscher und Deckenleuchten an der Rückwand.

Dinslaken diskutiert über 30-Millionen-Defizit und geplante Steuererhöhungen

Dinslakens erstes Stadtgespräch fand am 11. März 2026 im Gustav-Heinemann-Schulzentrum in Hiesfeld statt

Rund 70 Bürgerinnen und Bürger trafen sich mit Bürgermeister Simon Panke und Stadtkämmerer Achim Thomae, um über die angespannte Haushaltslage der Stadt und die anstehenden Budgetentscheidungen zu diskutieren.

Die Veranstaltung erfolgte vor dem Hintergrund eines Haushaltsdefizits von 30 Millionen Euro, mit dem Dinslaken im Jahr 2026 konfrontiert ist – eine Folge jahrelang steigender Kosten bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen. Die Anwesenden hinterfragten geplante Steuererhöhungen, Schulprojekte und ob frühere Maßnahmen die aktuelle Krise hätten abmildern können.

Finanzielle Schieflage verschärft sich seit Jahren

Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich die finanzielle Situation Dinslakens kontinuierlich verschlechtert. Während der Haushalt 2021 noch ausgeglichen war, klaffte 2025 ein strukturelles Defizit von 25 Millionen Euro. Ausschlaggebend waren unter anderem die explodierenden Energiepreise nach Beginn des Ukraine-Kriegs, höhere Sozialausgaben aufgrund von Inflation und Geflüchteten-Zuzug sowie rückläufige Gewerbesteuereinnahmen durch die konjunkturelle Schwäche der Industrie. Zudem trieben steigende Zinsen die Schuldenkosten in die Höhe und vertieften die Haushaltslücke.

Sparpläne und Fördergelder im Fokus

Im Rahmen der Veranstaltung skizzierte Thomae Maßnahmen zur Kostensenkung, darunter eine Erhöhung der Grundsteuer B – der Steuer auf bebaute Grundstücke. Bürgermeister Panke kündigte zudem Bundes-Sondermittel für mehrere Vorhaben an: einen Neubau der Turnhalle an der EBGS-Schule, die Sanierung der Feuerwehrwache in Eppinghoven, die Fertigstellung des Hiesfelder Schulzentrums sowie die Umrüstung der Straßenlaternen auf LED-Technik.

Kritik und Lob aus der Bürgerschaft

Die Anwesenden äußerten Bedenken zu den geplanten Steuererhöhungen, der Zukunft der örtlichen Eishalle, Verzögerungen beim Schulbau und häufigen Abwesenheiten in der Stadtverwaltung. Ein Teilnehmer lobte das neue Dialogformat, das Menschen zusammenbringe und denen eine Stimme gebe, die sonst oft überhört würden. Unterdessen gaben die Wasserverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) bekannt, dass die Verhandlungen über die Neugestaltung des Hiesfelder Freibadgeländes fortgeführt werden.

Entscheidung über Haushalt Ende März

Der städtische Haushalt wird am 26. März zur Abstimmung in den Rat eingebracht. Ein weiteres Stadtgespräch ist für den Herbst geplant, um die Bewältigung der finanziellen Herausforderungen weiterhin mit Bürgerbeteiligung voranzutreiben.

30 Millionen Euro Defizit: Dinslaken steht vor schwierigen Weichenstellungen

Die Haushaltsabstimmung am 26. März wird zeigen, wie die Stadt das 30-Millionen-Defizit angeht. Bundesfördergelder sichern zwar wichtige Projekte ab, doch die geplanten Einsparungen – darunter höhere Grundsteuern – werden spürbar werden.

Mit einem weiteren Stadtgespräch noch in diesem Jahr wollen Verwaltung und Politik die Bürger auch künftig einbinden, während Dinslaken seinen Weg aus der finanziellen Krise sucht.

Quelle