Dieter Nuhrs umstrittener Witz über Femizide löst Debatte über Sexismus aus
Andrew GudeDieter Nuhrs umstrittener Witz über Femizide löst Debatte über Sexismus aus
Der Komiker Dieter Nuhr hat mit seinem jüngsten ARD-Programm für Aufsehen gesorgt. Seine Witze über Frauen und Äußerungen zu Femiziden haben scharfe Kritik ausgelöst. Öffentlich-rechtliche Sender sehen sich nun mit Vorwürfen konfrontiert, ihm eine Plattform zu bieten.
In der Sendung „scherzte“ Nuhr, Parkplätze seien „strukturell zu klein“ für Frauen. Seine Comedy setzt Frauen häufig als Pointe ein – ein Muster, das schon lange in der Kritik steht.
Er empfahl zudem, Frauen sollten ihre Partner vor dem Sex besser kennenlernen, um nicht getötet zu werden. Damit verschiebt er die Schuld auf die Opfer, statt die Täter in den Fokus zu nehmen. Nuhr behauptete außerdem, in Deutschland gebe es kein systemisches Problem mit der Tötung von Frauen – obwohl die Statistiken jährlich 300 bis 350 Femizide verzeichnen.
Femizide sind meist das Ergebnis langer Muster von Gewalt, Kontrolle und frauenfeindlichen Einstellungen. In den meisten Fällen sind die Täter aktuelle oder ehemalige Partner, keine Fremden. Der Rundfunksender rbb verteidigte die Ausstrahlung mit Verweis auf künstlerische und satirische Freiheit, räumte aber die öffentliche Kritik ein.
Die Debatte zeigt die Spannung zwischen Meinungsfreiheit und schädlichen Klischees. Nuhrs Äußerungen haben die Diskussion über die Verantwortung der Sender neu entfacht. Kritiker warnen, dass solche „Humor“-Formate Gewalt gegen Frauen verharmlosen könnten.
