Bundesbank will Ein- und Zwei-Cent-Münzen durch Fünf-Cent-Rundung ersetzen
Andrew GudeBundesbank will Ein- und Zwei-Cent-Münzen durch Fünf-Cent-Rundung ersetzen
Die deutsche Bundesbank schlägt vor, Bargeldzahlungen künftig auf volle fünf Cent zu runden. Mit der Maßnahme sollen die Kosten für die Herstellung, Handhabung und den Transport von Kleingeld gesenkt werden. Würde der Vorschlag umgesetzt, würden Ein- und Zwei-Cent-Münzen nach und nach aus dem Zahlungsverkehr verschwinden.
Die neue Regelung würde die Preise an der Kasse leicht anpassen: Ein Artikel für 2,02 Euro würde auf 2,00 Euro abgerundet, während ein Einkauf für 3,99 Euro auf 4,00 Euro aufgerundet würde. Die Bundesbank argumentiert, dass dies den Zahlungsverkehr vereinfachen und die Ausgaben für Unternehmen und Banken verringern würde.
Mehrere europäische Länder runden Bargeldzahlungen bereits auf ähnliche Weise ab. Finnland, die Niederlande, die Slowakei, Irland, Italien, Belgien und Estland passen die Endbeträge an die nächsten fünf Cent an. Keines dieser Länder hat Ein- und Zwei-Cent-Münzen jedoch vollständig abgeschafft.
In Deutschland wird Bargeld nach wie vor häufig genutzt. Eine Bundesbank-Studie aus dem Jahr 2023 ergab, dass fast die Hälfte aller Ladenzahlungen weiterhin mit physischem Geld getätigt wird. Einige Supermärkte in Nordrhein-Westfalen ermöglichen Kunden sogar, Beträge auf volle zehn Cent aufzurunden – der Differenzbetrag fließt dann an gemeinnützige Organisationen.
Aktuell gibt es in keinem EU-Land eine gesetzliche Verpflichtung, Bargeldzahlungen zu runden. Der Vorschlag der Bundesbank wäre für den Einzelhandel freiwillig und nicht rechtlich bindend.
Falls der Plan umgesetzt wird, würden Ein- und Zwei-Cent-Münzen allmählich aus dem Alltag verschwinden. Die Änderung hätte keine Auswirkungen auf Kartenzahlungen oder digitale Bezahlvorgänge, bei denen weiterhin exakte Beträge abgebucht würden. Die Händler könnten selbst entscheiden, ob sie die Rundung in ihren Geschäften anwenden.






