BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie an Klesch Group und treibt Umstrukturierung voran
Andrew GudeBP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie an Klesch Group und treibt Umstrukturierung voran
BP verkauft seine Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group – ein bedeutender Schritt im Rahmen seiner Desinvestitionsstrategie. Der Deal umfasst die Übernahme von rund 1.800 Mitarbeitern sowie eine Anlage mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von 12 Millionen Tonnen Rohöl. Gleichzeitig treibt das Unternehmen seine umfassenden Umstrukturierungspläne voran, während die Ölpreise stark steigen.
Der Verkauf der Gelsenkirchen-Raffinerie ist Teil von BPs Plan, bis 2027 Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar zu veräußern. Bisher wurden bereits Desinvestitionen in Höhe von über 11 Milliarden US-Dollar realisiert. Analysten der HSBC reagierten darauf mit einer Hochstufung der BP-Aktie von "Reduzieren" auf "Halten" und erhöhten das Kursziel. Als Begründung nannten sie die mögliche Entlastung von bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten, die mit der Raffinerie verbunden sind.
BP hat zudem sein Sparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis 2027 angehoben. Ziel ist es, die Bilanz zu stärken und stabile Cashflows in einem volatilen Marktumfeld zu sichern. Dennoch sieht sich das Unternehmen mit operativen Herausforderungen konfrontiert, darunter die Aussperrung von etwa 800 gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmern in seiner Raffinerie in Whiting, Indiana, nach dem Scheitern von Tarifverhandlungen.
Der Energiemarkt insgesamt bleibt unter Druck. Die Preise für Brent-Rohöl sind auf etwa 112 US-Dollar pro Barrel gestiegen, angetrieben durch schwere Blockaden in der Straße von Hormus. Diese Unterbrechungen haben nahezu 20 Prozent der globalen Öl- und Flüssigerdgas(LNG)-Lieferungen zum Erliegen gebracht. Als Reaktion auf die angespannten Lieferketten erteilte die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung vom Jones Act, die es ausländischen Schiffen ermöglicht, Waren zwischen amerikanischen Häfen zu transportieren.
BPs Raffinerieverkauf und die Kostensenkungsmaßnahmen erfolgen zu einer Zeit, in der das Unternehmen mit hohen Ölpreisen und operativen Rückschlägen zu kämpfen hat. Die Veräußerung an die Klesch Group verringert die Verbindlichkeiten und steht im Einklang mit den langfristigen Finanzzielen von BP. Dennoch bleiben anhaltende Arbeitskonflikte und globale Lieferkettenprobleme Risikofaktoren für den Konzern.






