Berliner Buchstabenmuseum schließt – was wird aus den legendären Neonbuchstaben?
Ljiljana HeinBerliner Buchstabenmuseum schließt – was wird aus den legendären Neonbuchstaben?
Berliner Buchstabenmuseum schließt seine Türen – Zukunft der ikonischen Neonschriftzüge ungewiss
Das Berliner Buchstabenmuseum, in dem rund 3.500 historische Neonbuchstaben aus Leuchtröhren ausgestellt sind, wird am Montag seine Pforten für immer schließen. Steigende Kosten und sinkende Besucherzahlen haben die Schließung erzwungen – das Schicksal der einzigartigen Sammlung bleibt ungewiss. Zu den bedrohten Exponaten gehört auch das beliebte Schild "Dekorativer Fisch", ein Berliner Wahrzeichen seit über 40 Jahren.
Die Schließung des Museums folgt auf jahrelange finanzielle Kämpfe. Seit der COVID-19-Pandemie haben sich die Besucherzahlen halbiert, während Energie- und Betriebskosten explodierten. Gründerin und Leiterin Barbara Dechant, unterstützt von einem 120 Mitglieder zählenden Verein, konnte das Projekt nicht länger aufrechterhalten.
Die Sammlung umfasst Neonleuchten aus Berlin, anderen deutschen Regionen sowie aus Österreich und der Schweiz. Viele Stücke, wie der "Dekorative Fisch", besitzen kulturellen Wert – einst erhellten sie Läden, Bahnhöfe und öffentliche Einrichtungen. Der Fisch selbst schmückte jahrzehntelang ein märchenhaftes Hochhaus im Stil des "Lebkuchenhauses" am Frankfurter Tor in Friedrichshain, bevor er demontiert und gerettet wurde.
Da bisher kein dauerhafter Standort gesichert ist, sucht das Museum dringend nach einer Zwischenlagerung. Die Stiftung Schriftkultur e.V. in Homburg (Saar) hat sich als möglicher Übernehmer der Sammlung angeboten. Bis dahin bleibt das Museum vorerst in seinem aktuellen Standort in Schwerin – offiziell jedoch nur bis zum 16. März 2026 geöffnet.
Das "Dekorative Fisch"-Schild, ursprünglich in den frühen 1980er-Jahren gefertigt, wurde um 1999 repliziert. Sein Schicksal und das Tausender weiterer Neonbuchstaben hängt nun davon ab, ob sich eine Institution findet, die bereit ist, sie zu bewahren und auszustellen.
Die Schließung des Museums hinterlässt eine Lücke in der Bewahrung typografischer Geschichte. Ohne gesicherte Lagerlösung oder langfristige Ausstellungsmöglichkeit schwebt die Sammlung in der Ungewissheit. Die Bemühungen, ein neues Zuhause zu finden, gehen weiter – doch die Zeit wird knapp für diese leuchtenden Relikte der Vergangenheit.