Apothekensterben in NRW: Warum immer mehr lokale Apotheken schließen müssen
Marit CichoriusApothekensterben in NRW: Warum immer mehr lokale Apotheken schließen müssen
Apotheker Dr. Gregor Lohmann traf sich diese Woche mit dem CDU-Landesabgeordneten Fabian Schrumpf, um über die wachsenden Belastungen für örtliche Apotheken zu sprechen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen finanzielle Schwierigkeiten, Personalkosten und die Welle von Schließungen, die das Gesundheitsnetz in Nordrhein-Westfalen erschüttert.
Seit 2010 hat die Region etwa ein Viertel ihrer Apotheken verloren. Allein 2025 stellten 97 den Betrieb ein, während nur 12 neu eröffneten – die Gesamtzahl sank damit von 4.673 auf 3.510. Lohmann betonte, dass Schließungen längst nicht mehr nur ländliche Gebiete beträfen, sondern die Versorgung der Patienten mit essenziellen Leistungen gefährdeten.
Thema war auch die finanzielle Belastung durch feste Abgabegebühren, die bei 8,35 Euro pro Rezept liegen. Versandapotheken dürfen hingegen gesetzlich Rabatte von bis zu 10 Euro gewähren und unterbieten so lokale Betriebe. Lohmann machte deutlich, dass der Verkauf von Rezepturen für das Überleben entscheidend bleibe, warnte jedoch, dass die aktuelle Vergütung weder die steigenden Kosten noch faire Löhne decke.
Schrumpf erkannte die seit Langem eingefrorenen Gebührenanpassungen an und zeigte Verständnis für die geplanten Proteste am 23. März. Zwar räumte er ein, dass Landespolitiker nur begrenzten direkten Einfluss hätten, doch versprach er, die Anliegen an Bundeskollegen weiterzuleiten. Beide Seiten waren sich einig, dass eine fairere Vergütung notwendig sei, um die lokale Versorgung zu sichern und Fachkräfte zu halten.
Die Gespräche unterstrichen die wachsende Kluft zwischen Finanzierung und Betriebskosten der Apotheken. Angesichts weiterer drohender Schließungen drängt die Branche auf politische Reformen, um die Versorgung zu stabilisieren. Die für Ende dieses Monats geplanten Proteste dürften die Forderungen nach dringenden Änderungen noch verstärken.