10 Euro Eintritt: Warum das Gräfrath-Marktfest in Solingen Senioren ausschließt
Marit Cichorius10 Euro Eintritt: Warum das Gräfrath-Marktfest in Solingen Senioren ausschließt
Eintrittsgeld von 10 Euro: Gräfrath-Marktfest in Solingen löst Kritik aus
Das Gräfrath-Marktfest in Solingen hat eine Eintrittsgebühr von 10 Euro eingeführt – und damit bei lokalen Gruppen für Aufsehen gesorgt. Besonders ältere Bürger mit festem Einkommen sehen ihre Teilhabe gefährdet. Die Veranstalter verweisen auf steigende Sicherheitskosten, doch Gegner halten die Gebühr für eine unzumutbare Belastung der Besucher.
Der Solinger Seniorenbeirat lehnt die neue Abgabe entschieden ab und bezeichnet sie als Hürde für Rentner. Da lediglich 2 Euro als Essensgutschein erstattet werden, sei der Preis für viele mit geringem Einkommen nicht tragbar, so der Rat. Ein einziger kostenloser Familientag am Sonntag helfe älteren Menschen, die allein leben, kaum weiter.
In Solingen bleibt Altersarmut ein drängendes Problem: Viele Senioren können sich grundlegende soziale Aktivitäten kaum noch leisten. Die Arbeitsgemeinschaft gegen Altersarmut teilt diese Bedenken und betont, dass die Gebühr für Bezieher kleiner Renten kaum zu stemmen sei. Festivals wie das in Gräfrath waren für ältere Bürger lange ein wichtiger Ort der Begegnung – und ein Mittel gegen Vereinsamung.
Der Seniorenbeirat schlägt Alternativen vor, etwa gestaffelte Preise, Ermäßigungen für Ältere oder höhere städtische Zuschüsse. Ohne faire Lösungen drohe das Fest seinen inklusiven Charakter zu verlieren, warnt er. Die Debatte wirft zudem grundsätzliche Fragen auf: Wer kann sich die Teilnahme an Gemeinschaftsveranstaltungen überhaupt noch leisten?
Die Veranstalter rechtfertigen die Gebühr mit gestiegenen Sicherheitsausgaben, haben auf Forderungen nach Anpassungen aber noch nicht reagiert. Die Zukunft der Zugänglichkeit des Festes steht damit infrage. Bleibt alles beim Alten, könnten viele ältere Bürger künftig nicht mehr teilnehmen. Nun wird diskutiert, ob Stadt oder Organisatoren die Preise anpassen – um die Tradition für alle offen zu halten.






